| „Eine
alte dumme Gans hat Eier“ - Wenn Sie diesen (zugegebenermaßen
wenig geistreichen)Satz kennen,haben Sie wahrscheinlich irgendwann
einmal Gitarre spielen gelernt, denn die Anfangsbuchstaben der Wörter
E-A-D-G-H-E bezeichnen die Tonhöhen, auf die die sechs Gitarresaiten
gestimmt werden. Mit dem Merkspruch lernt sie jeder im Handumdrehen
- ohne ihn dauert es zehn mal so lang - zumindest bei denen, die
mit dem Auswendiglernen von Buchstaben-Reihenfolgen so ihre Probleme
haben.
Der Merkspruch für die Gitarresaiten ist ein Beispiel für
eine Lerntechnik, die schon die Redner des klassischen Altertums
entwickelt haben (die kein Manuskript benutzen durften). Der Trick
bei allen mnemotechnischen (griech: mneme /das Gedächtnis)
Methoden besteht darin, Dinge die wir uns nur schwer merken können,
mit gedanklichen Bildern (Assoziationen) zu verknüpfen, die
einfach zu erinnern sind. Wie hieß doch noch mal dieser englische
Naturforscher, der auch Legastheniker war und herausgefunden hat,
dass man, wenn man im Auto sitzt, nicht vom Blitz erschlagen wird?
Stimmt, damals gab es ja noch gar keine Autos. Dann stellen wir
ihn uns eben auf einem Fahrrad vor - ach ja richtig: Faraday hieß
der Mann!!
Wenn die Eselsbrücke einmal über den Graben des Vergessens
geschlagen ist, dann spaziert der Esel ganz vergnüglich ans
andere Ufer(einer, der sich solche Brücken zu bauen weiß,
ist gewiss kein Esel, sondern ganz schön schlau!) So funktioniert
unsere Erinnerung: Sie verbindet das Unbekannte mit Altbekanntem
umd eignet es sich auf diese Weise an.
Morgens früh
um 6
kommt die kleine Hex. |
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Morgens früh
um 7
schabt sie gelbe Rüben. |
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Morgens früh
um 8
wird Kaffee gemacht. |
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Morgens früh
um 9
geht sie in die Scheun'. |
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Morgens früh
um 10
holt sie Holz und Spän'. |
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Feuert an um
11, |
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kocht dann bis
um 12
Froschbein, Krebs und Fisch:
Kinder, kommt zu Tisch! |
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Wer dichtet die Strophen
für die Ziffern 0 bis 5 ?
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Die Meister der Mnemotechnik haben da tolle Tricks auf Lager: Sie
verknüpfen zum Beispiel eine Anzahl von Wörtern, die sie
sich in einer bestimmten Reihenfolge merken müssen, mit Bildern,
die auf ihrem Weg zur Schule oder zur Arbeit liegen. Dinge, die
zusammen gehören, merken sie sich verknüpft mit Gegenständen,
die sich in einem Raum befinden. Für die Ziffern merken sie
sich bestimmte Bilder, zum Beispiel die aus dem alten Kinderspruch:
Morgens früh um sechs...Um sich dann z.B. eine Telefonnummer
zu merken, denken sie sich eine kleine Geschichte aus, in der die
Ziffern-Bilder in der richtigen Reihenfolge vorkommen.- Das hört
sich kompliziert an,doch wer die Mnemotechnik als Methode für
sich entdeckt hat, schafft es immer schneller,sich passende Bilder
und Geschichten, die die Bilder miteinander verknüpfen,auszudenken.
Auch viele Legastheniker haben bereits gute Erfehrungen damit gemacht
und gelernt, mit Mnemotechnik ihre Merkschwächen zu kompensieren.
Sind Sie neugierig geworden und wollen mehr darüber wissen?
Hier sind ein paar informative Internetseiten!
http://www.zmija.de/mnemotechnik.htm
Erklärung verschiedener Methoden
http://learning.jgutzeit.de/mnemonics/
Grundlagen der Mnemotechnik
http://www.mnemotechnik.info/index.php
Ausführliche Darstellung des Themas mit Übungen /Diskussionsforum.
Es gibt auch Bücher zum Thema,z.B.Tony Buzan: Nichts vergessen,
Goldmann-TB-Verlag; Leider habe ich bisher kein Buch gefunden, mit
dem Kinder diese Techniken lernen können.
(21.09.2005)
Der elektronische
Lehrer: Lernprogramme
Lernprogramme
gibt es heute für(fast)alle Schulfächer, Schularten und
Klassenstufen, die Konzepte sind so vielfältig wie die Lehr-
und Unterrichtsstile unterschiedlicher Lehrer. Manche sind kaum
mehr als auf den Bildschirm übertragene Lehrbücher, andere
schöpfen das ganze multimediale Instrumentarium aus mit Sound,(3D-)Animationen
und interaktiven Funktionen, die dem Nutzer eine große Freiheit
in der Gestaltung seines persönlichen Lernweges erlauben.
Manche Trainings-Programme unterstützen lediglich das Auswendiglernen
z.B. von fremdsprachlichen Vokabeln oder von Begriffen aus so genannten
Lernfächern - z.B. Erdkunde oder Biologie. Einige dienen der
Veranschaulichung z.B. mathematischer Funktionen. Andere nehmen
für sich in Anspruch, Regelwissen oder Methoden zu vermitteln
oder Verständnis für komplexe fachliche Zusammenhänge.
Programme mit einem therapeutischen Anspruch für LRS/RS-Kinder
bieten Übungsmaterial nach unterschiedlichen Fehlerschwerpunkten
oder sie versprechen, die so genannten Basisfähigkeiten der
Wahrnehmung durch gezielte Übungen zu verbessern, z.B.die Unterscheidungsfähigkeit
für Formen, Laute oder Raumlagen, die Konzentration oder das
Kurzzeitgedächtnis.
Angesichts der Fülle angebotener Lernprogramme ist eine Orientierung
schwierig, besonders wenn es um den Förderaspekt für teilleistungsgestörte
Kinder geht. Es fehlen qualifizierte Testberichte, die auf die besonderen
Anforderungen thera-peutischer Lernprogrammen zugeschnitten sind.
Auch eine wissenschaftliche Überprüfung der Wirksamkeit
ist für die meisten Programme nicht erfolgt.
Einfacher ist es, wenn man den therapeutischen Aspekt ausklammert.
Knappe Testberichte und Bewertungen zu mehreren hundert Lernprogrammen
bietet z.B. Thomas Feibels Lernsoftware-Ratgeber (Th. Feibel: Die
beste Lernsoftware; Rowohlt-Verl. 2002 Preis 9,90 €).
Zu empfehlen ist auch ein Besuch der Feibel-Website (www.feibel.de)
mit vielen Informationen und jeder Menge brauchbaren Tipps zum Thema
„Kinder und Computer“).
Kennzeichen
guter Lernprogramme
- Das
Kind arbeitet freiwillig damit und bekommt selbst das Gefühl,
damit zu lernen (Spielfreude allein genügt nicht).
-
Das Programm ist einfach zu bedienen; die Navigation und
Funktionen sind „selbst erklärend“ oder
sie werden zum Start auf kindgerechte Weise vermittelt.
(Anti-Beispiel: eine schriftliche Gebrauchsanleitung, die
nur von Erwachsenen zu verstehen ist).
-
Die Grafik ist ansprechend für Kinder, aber nicht so
aufdringlich, dass sie vom Lerngegenstand ablenkt (Anti-Beispiel:
knallbunte Comic-Figuren und funktionslose Animationen).
-
Wenn Lerninhalte spielerisch vermittelt oder eingeübt
werden sollen, darf der Spielgedanke das Lernziel nicht
zur Nebensache machen.
-
Das Programm bietet genügend Abwechslung in seinen
Übungsformen, so dass es nicht schon nach kurzer Zeit
langweilig wird.
-
Der Lernende kann sich in kleineren Schritten der richtigen
Antwort nähern, wenn er einen Lernschritt auf Anhieb
nicht schafft.
-
Ein gutes Programm bietet Hintergrundinformationen, die
die Lerninhalte in einen Zusammenhang stellen, die Reflexion
über den Lerngegenstand fördern und ein ausschließlich
mechanisches Einpauken verhindern.
- Es
erlaubt dem Lernenden, seine Lernfortschritte wahrzunehmen
- durch
eine jederzeit abrufbare Dokumentation der bereits durchgeführten
Übungen und des Übungserfolgs,
- durch
eine Zuordnung der Übungen zu Schwierigkeitsgraden
-
durch eine Rückmeldung an den Lerner, die Anerkennung
für erbrachte Leistung, Ermutigung und Anregungen
zur Lösung von Aufgaben einschließt, die
er noch nicht erfolgreich bearbeitet hat.
-
Während der Lernphase hat der Lerner jederzeit Zugriff
auf die richtige Lösung und auf Anregungen zum Lösungsweg.
Nach Abschluss jeder Übung kann er seine erworbenen
Kenntnisse an einer neuen Aufgabe testen, um die Selbsteinschätzung
seiner Lernfortschritte zu prüfen.
-
Lernspiele, die nach dem Wettbewerbsprinzip funktionieren
(Wettbewerb gegen den Computer, gegen sich selbst oder gegen
einen Mitspieler), sollten über verschiedene Schwierigkeitsgrade
(Level) verfügen und eine Speicherung des Spielstands
erlauben, damit das Spiel unterbrochen und später weiter
gespielt werden kann.
-
Ein therapeutisches Programm für legasthene oder rechenschwache
Kinder muss in besonderem Maß auf die Lernbedürfnisse
dieser Zielgruppe eingehen. Es bietet nicht nur eine Auswahl
an Übungen zu unterschiedlichen Fehlerschwerpunkten,
sondern Übungsmaterial, das verschiedene Sinneskanäle
anspricht und unterschiedliche Lernstrategien unterstützt.
Das einzelne Kind kann auf diese Weise die Übungsformen
finden, die für seinen individuellen Fall geeignet
und erfolgreich sind.
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(02.08.2005)
Kreisverband
Legasthenie
Zollernalb e.V. hat neuen Vorstand
Am Montag,
27. Juni hielt der Kreisverband Legasthenie Zollernalb seine diesjährige
Jahreshauptversammlung ab. Nachdem bei den Vorstandswahlen vor zwei
Jahren nur ein "Rumpf-Vorstand" aus 1. und 2. Vorsitzender,
Kassenwartin und einer Beisitzerin zustande gekommen war, ging es
darum, die personelle Basis für die Verbandsarbeit wesentlich
zu erweitern, um eine Weiterführung der umfangreichen Verbandsaktivitäten
auch in der Zukunft sicherstellen zu können.
Es wurden
gewählt:
1. Vorsitz: Anne Kowalski
2. Vorsitz: Ingeborg Uhl
Kassenwartin: Renate Schuchlinski
Schriftführer: Monika Gießler und Albert
Dehner
Beisitzer: Jutta Diebold, Edith Rühle, Alfred
Gäckle
Nach der konstituierenden
Sitzung des neuen Vorstands werden wir die Vorstandsmitglieder an
dieser Stelle ausführlich vorstellen.
Die Mitglieder-Versammlung
beschloss auch noch eine Satzungs-Änderung, die die bereits
erfolgte Satzungsänderung unserer Dachverbände nun auch
auf Kreisebene umsetzt: In den Namen unseres Verbands (und in die
Satzung) wurde die Dyskalkulie (Rechenstörung) als eine Störung
schulischer Lernfähigkeiten gleichberechtigt mit der Legasthenie
aufgenommen.
In Zukunft
(nach erfolgter Eintragung in das Vereins-
register)wird unser Verband also Kreisverband Legasthenie
und Dyskalkulie Zollernalb e.V. heißen.
Damit wird
dokumentiert, dass unser Verband sich auch für die von Dyskalkulie
betroffenen Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen in gleichem Maße
einsetzt wie für die Legastheniker. Dies haben wir bisher bereits
versucht, aber noch nicht in wünschenswertem Maß umsetzen
können.
(29.06.05)
Elektronische
Lesehilfen:
Computer & Co.
| Mit ausreichender Förderung lernen auch
Kinder mit einer sehr schweren Legasthenie das Lesen. Doch
damit ist es in der Schule nicht getan. Das Lesen ist ja nur
in den ersten Klas-sen selbst Unterrichtsziel. Schon
ab dem dritten Schuljahr ist es vor allem ein Mittel, um Wissen
zu erwerben: Aufgaben werden schriftlich gestellt, Lehrbücher
enthalten zunehmend längere Textabschnitte, später
kommen Lektüren und anderes schriftliches Material hinzu:
als Informationsquellen und als Lehr- und Lernmaterial in
vielen Unterrichtsfächern. |
Für Kinder und Jugendliche,
die sich mit dem Lesen sehr schwer tun, ist es oft schon eine Hilfe,
wenn ein Text vergrößert, eine leichter lesbare Schrifttype
gewählt,
die Zeilen verkürzt oder der Zeilenabstand erweitert wer-
den kann. Texte, die bereits als elektronische Datei vorliegen,
können in ein Textverarbeitungsprogramm kopiert und in eine
solche leicht lesbare Form gebracht werden. Texte in gedruckter
Form müssen durch einen Scanner mit Schrifterkennungsprogramm
in eine Text-Datei umgewandelt werden.
Wer auch in höheren
Klassen noch sehr langsam liest, scheitert aber bereits an der Menge
des Geforderten, noch bevor er sich mit den Inhalten überhaupt
auseinandersetzen kann. Dies ist besonders dann der Fall, wenn eine
höhere Schule oder ein Studium bewältigt werden soll.
Zum Glück gibt es
kleine Helferlein (Software-Päckchen), die jede elektronische
Textdatei vorlesen können. Das klingt zwar nicht so perfekt
wie in der Tagesschau, doch es ist verständlich und für
Legastheniker wirklich eine ganz große Hilfe: Preiswert (30
€ bzw. 37 €) und dabei sehr leistungsfähig ist LesefixPro:
Der kleine grüne Papagei Peedy ist polyglott und wortgewandt.
Er kennt sich aus mit einer Vielzahl von Text(datei)formaten einschließ-
lich PDF und HTML und liest in der Vollversion bis zu 8 verschiedene
Sprachen. Das Programm ist tatsächlich kinderleicht zu bedienen
und bietet sogar noch praktische Extras: ein komplettes kleines
Textverarbeitungsprogramm, eine eMail-Funktion und die Möglichkeit,
sich Texte als Sounddatei abzuspeichern, zum Anhören unterwegs
vom CD-Player. Eine Testversion ist einen Monat lang verfügbar
und kann heruntergeladen werden unter http://www.kinderleichtsoftware.de
Ein anderes Vorleseprogramm
ist Logox von G Data-Software. Logox bietet in
seiner Professional Version außer der Vorlese-Funktion die
unmittelbare Sprachunterstützung für die Microsoft-Anwendungen
Word, Outlook und Excel, eine kostenlose Browser-Erweiterung liest
(deutschsprachige) Internetseiten vor. Über den Sinn der vielen
Extras (10 verschiedene Vorlesestimmen, Audioeffekte, Dialekt- und
Singfunktion, sprechende Uhr und sprechender Terminkalender) lässt
sich streiten, vor allem, ob sie die Kosten wert sind. Wichtiger
wäre es für Schüler, auch in der Grundversion bereits
eine englische Sprachfunktion mit dabei zu haben, doch die kostet
extra. Insgesamt zahlen Sie für die Standardversion €
39.95, die Professional kostet € 59.95 und das englische Sprachmodul
gibt’s für € 9.99 extra. Infos in http://www.logox.de/produkte.php
(Bei Bezug über Fabian Joas vom BVL-Vorstand erhalten Sie als
BVL-Mitglied einen Rabatt).
Ganz komfortabel und universell
einsetzbar, dafür aber erheblich teurer (um die 300 Euro),ist
der ReadingPen der Firma Wizcom Tech-nologies.
Er sieht aus wie ein Marker-Stift, enthält aber keine Tinte,
sondern eine geballte Ladung Elektronik und den kompletten „Duden“.
Beim Entlangfahren auf einer Druckzeile scannt er Wörter oder
ganze Zeilen ein. Er buchstabiert oder liest laut vor und zeigt
auf seinem Display die Silbentrennung und die Worterklärung
an, die man sich auch vorlesen lassen kann. Mit einer zusätzlichen
Speicher-Karte kann er mit weiteren Funktionen ausgestattet werden
(Übersetzung in mehrere Sprachen, Notizblock, Scannerfunktion
mit Datenübertragung auf den PC etc.). Ein echtes Multitalent
also. Umfangreiche Infos (in englisch) auf der Hersteller-Website
http://www.wizcomtech.com.
Bezugsquelle in Deutschland: http://shop.backwinkel.de
(20.06.2005)
Der Computer
als Arbeitsmittel
für Schreibanfänger
und fortgeschrittene Schreiber
Das Arbeiten mit einem
ganz normalen Textverarbeitungs-
Programm (TVP) bietet Legasthenikern eine Menge Vorteile.
Das Schreiben auf der Tastatur zwingt mehr als
das Schreiben mit der Hand dazu, jedes Wort auf seine Lautbestandteile
hin zu analysieren. Der geschriebene Text erscheint sauber und lesbar
und in gewünschter Größe und Formatierung (Zeilen-
länge, Zeilenabstand) auf dem Bildschirm. Dies erleichtert
die Nachkontrolle und Korrekturen im geschriebenen Text durch den
Schreiber. Dem Lehrer erleichtert es die Durch-
sicht und Bewertung der Aufgabe: Fehlerzuweisungen wegen eines schlechten
Schriftbilds werden vermieden. Für Kinder mit feinmotorischen
Schwierigkeiten ist das Tastatur-
schreiben meist auch eine große physische Entlastung und erlaubt
ihnen, sich voll auf den Inhalt ihrer Aufgabe zu konzentrieren.
Textverarbeitungs-Programme
bieten eine komfortable Rechtschreib- und Grammatikkontrolle,
die nicht etwa verhindert, dass Kinder die Rechtschreibung lernen.
Wenn das Programm ein Wort/einen Ausdruck als unrichtig markiert,
ist der Schreiber zunächst aufgefordert, dieses Wort /diesen
Ausdruck noch einmal sorgfältig zu prüfen um den Fehler
vielleicht selbst zu finden.
Schön
und richtig schreiben - am Computer kein Problem
Ein psychologischer Aspekt des Schreibens am Computer ist
wichtig für das Selbstwertgefühl legasthener Kinder:
Fehler sind für sie belastend, selbst dann, wenn sie
(etwa beim Abschreiben) vom Kind selbst erkannt und erfolgreich
korrigiert wurden. Kinder sind nämlich Ästheten.
Sie wollen einen „schönen“ Text schreiben,
dem man ihre Fehler nicht mehr ansehen kann. Sie erfahren
nämlich täglich: Ein Fehler (den sie einmal gemacht
haben) bleibt immer ein Fehler, selbst wenn sie das falsche
Wort durchgestrichen, wegradiert oder mit Tintenkiller gelöscht
und das richtige darüber geschrieben haben.
Und sie wissen genau, dass der Lehrer - aber auch jeder andere
Leser - ihre Arbeit nach der Art und Zahl der gemachten Fehler
beurteilen wird, egal ob diese korrigiert wurden oder nicht.*
Allein der Computer macht es möglich, Fehler ungeschehen,
also nicht mehr erkennbar zu machen. Welch eine seelische
Erleichterung für ein legasthenes Kind, wenn der Lehrer
ihm zum Beispiel erlaubt, seine Hausaufgaben am Computer zu
schreiben!
_______________________
*Wenn Lehrer z.B. in der Grundschule das Radieren oder Löschen
mit Tinten-killer verbieten und das Durchstreichen und Darüberschreiben
als Korrektur verlangen, bleibt der Fehler voll sichtbar.
Kinder empfinden es verständlicher-weise als Bloßstellung,
der Lehrerin eine solche Arbeit zeigen zu müssen. |
Bei Aufruf der Rechtschreib-/
Grammatikkontrolle macht das Programm dann Korrekturvorschläge(oft
mehr als einen)und der Schreiber muss entscheiden, welcher Vorschlag
zu übernehmen ist. Das Arbeiten mit der RS/Grammatikkontrolle
ist also kein „Vorsagen“ durch den Computer, wie es
richtig heißen muss, sondern ein gezieltes Training der Selbstkontrolle
sowie des Wiedererkennens und Abspeicherns von Wortbildern.
Das Synonymwörterbuch
(Thesaurus) ist für jeden Schreiber eine Hilfe beim
Formulieren von Texten. Legastheniker mit Wortfindungsproblemen
profitieren besonders davon: Wenn das „richtige“ Wort
ihnen nicht einfällt, können sie ein weniger passendes
eingeben: Das Programm macht eine Reihe von Alternativ-Vorschlägen,
unter denen wahrscheinlich auch ein passendes ist.
Wieder muss letztlich
der Nutzer die Entscheidung treffen, doch der Rechner hilft ihm,
seinen Wortschatz zu erweitern und seinen Schreibstil zu verbessern.
Übrigens: Recht-
schreib- und Grammatikkontrolle und Synonymwörterbuch gibt
es (z.B. bei WORD)auch für Englisch.
Ein Textverarbeitungs-Programm
hilft auch beim Strukturieren eigener Texte: Zuerst
die Gliederung für den Aufsatz entwerfen: Stichworte skizzieren
und in die richtige Reihenfolge bringen. Dann zu jedem Stichwort
einen Absatz formulieren. Kontrollieren, ob alles Wichtige im Aufsatz
gesagt ist. Wenn etwas fehlt, sofort beim entsprechenden Stichwort
einfügen.
Wer Mühe hat mit Reihenfolgen und beim Schreiben oft wesentliche
Punkte vergisst, sollte seinen Aufsatz in eine zweispaltige Tabelle
schreiben: In die linke Spalte kommen untereinander alle Gliederungsstichworte,
jedes in eine Tabellenzeile. In die rechte Spalte kommt der Aufsatztext.
Danach ist das Kontrollieren auch für Legastheniker, die leicht
die Übersicht verlieren, kein Problem mehr. Zum Glück
ist es am Computer ganz einfach, aus solch einem Tabellen-Aufsatz
am Ende einen zusammenhängenden Text zu machen: Textabschnitte
nacheinander markieren, aus der Tabelle herausziehen und auf einer
neuen Seite ablegen.
(31.05.2005
Werden
Sie Mitglied im
Kreisverband Legasthenie Zollernalb!!!
Werben Sie neue Mitglieder für den
Kreisverband Legasthenie ! |
Informationsvortrag
zum Thema
„Hat mein Kind eine Lese-Rechtschreibschwäche?“
Der
Vortrag dauert etwas mehr als eine Stunde und richtet sich
vor allem an Eltern, bietet aber sicher auch für Lehrer/innen
noch inter-
essante Neuigkeiten über Legasthenie und die von dieser
Lernstörung Betroffenen. Der Vortrag ist als Powerpoint-Präsentation
erstellt und
wird von Angehörigen des Kreisverbands Legasthenie gehalten.
Näheres
darüber erfahren Sie durch einen Anruf
(Tel 07471-14458) oder eine eMail an den KVL.
Sie
können den Vortrag (incl. Referentin) z.B. für eine
Informations-Veranstaltung Ihrer Aktions-Initiative bei uns
anfordern. Der Termin
muss jedoch nicht innerhalb der Europäischen Legasthenie-Woche
liegen, wenn dies für Sie ungünstig ist.
Das Angebot ist für Sie und die Teilnehmer Ihrer Veranstaltung
kostenlos. Doch wir werden die Anwesenden um Spenden bitten
zur Finanzierung unserer ausschließlich ehrenamtlichen
Verbandsarbeit.
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